Belgien bei der WM 2026: Gruppe G — letzte Chance der goldenen Generation?

Belgien bei der WM 2026 — Goldene Generation in Gruppe G, Kader im Umbruch und Quotenanalyse

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Die goldene Generation — De Bruyne, Lukaku, Courtois, Hazard — hat Belgien ein Jahrzehnt lang an die Weltspitze geführt, ohne den großen Titel zu gewinnen, den das Talent verdient hätte. Nummer eins der FIFA-Weltrangliste von 2018 bis 2021, WM-Dritter 2018 in Russland, Nummer eins der FIFA-Weltrangliste für drei Jahre in Folge, Halbfinale bei der EM 2021 — und doch steht am Ende eine Null bei den Pokalen. Die WM 2026 ist vermutlich die letzte Weltmeisterschaft für die Überreste dieser Generation: Kevin De Bruyne wird 35 sein, Romelu Lukaku 33, und Thibaut Courtois hat sich nach seiner schweren Knieverletzung 2023 mühsam zurückgekämpft. Der Generationenwechsel, den Belgien seit der enttäuschenden WM 2022 in Katar — Vorrundenaus in einer Gruppe mit Kroatien und Marokko — eingeleitet hat, ist in vollem Gange, aber noch nicht abgeschlossen. Die Wettmärkte spiegeln diese Unsicherheit wider: Belgien wird bei 25.00 bis 40.00 auf den Titel gehandelt, ein deutlicher Rückschritt gegenüber den Zeiten, als die Roten Teufel zu den Top-5-Favoriten zählten.

Qualifikation und aktuelle Form der Roten Teufel

Die belgische Qualifikation unter dem neuen Trainer — der nach der EM 2024 die Nachfolge von Domenico Tedesco antrat — verlief mit Licht und Schatten, die das Dilemma einer Mannschaft im Generationenwechsel perfekt widerspiegeln. Die Qualifikationsgruppe wurde gewonnen, aber die Auftritte ließen erkennen, dass Belgien nicht mehr das dominante Team der Jahre 2018 bis 2021 ist, als die Roten Teufel die FIFA-Weltrangliste über drei Jahre anführten und als sicherer Kandidat für Halbfinale und Finale galten. Die Heimstärke im König-Baudouin-Stadion in Brüssel war weiterhin da — die Atmosphäre in der belgischen Hauptstadt, getragen von einem der enthusiastischsten Fanblöcke Europas, gibt dem Team nach wie vor einen messbaren Schub. Auswärts fehlte dagegen die Souveränität, die ein Topteam auszeichnet: Knappe Ergebnisse, gelegentliche Punktverluste und eine defensive Anfälligkeit, die bei der WM zum Problem werden kann.

Die Leistungsdaten zeigen ein Team im Umbruch: Die Expected-Goals-Werte sind im Vergleich zu den Spitzenjahren 2018 bis 2021 gesunken, die Defensivstabilität hat sich verschlechtert, und die offensive Durchschlagskraft hängt zu stark von individuellen Momenten ab — ein De-Bruyne-Pass, ein Lukaku-Kopfball, ein Doku-Dribbling. Wenn diese Einzelmomente nicht kommen, fehlt dem Team der Plan B, der eine Turniermannschaft auszeichnet. Die EM 2024 endete für Belgien im Achtelfinale gegen Frankreich — eine Niederlage, die den Roten Teufeln schmerzlich vor Augen führte, wo sie im Vergleich zur absoluten Weltspitze stehen. Frankreich gewann ohne besonders glänzen zu müssen, und Belgiens Offensive blieb über 90 Minuten weitgehend harmlos. Die Formkurve seitdem ist uneinheitlich: Gute Leistungen gegen mittlere Gegner wechseln sich ab mit enttäuschenden Auftritten, bei denen das Team keinen klaren Plan B hat. Für Wettanalysten bedeutet das: Belgien ist ein Team, dessen Ergebnisse schwer vorherzusagen sind — ein Umstand, der bei Wetten sowohl Risiko als auch Chance bietet.

Belgiens Kader — Generationenwechsel im Gange

Kevin De Bruyne bleibt der wichtigste Spieler, auch wenn seine besten Jahre bei Manchester City hinter ihm liegen. Seine Fähigkeit, mit einem einzigen Pass das Spiel zu öffnen, einen Stürmer freizuspielen oder selbst den Abschluss zu suchen, ist auf seinem Niveau noch immer auf Weltniveau. Bei der WM 2018 war De Bruyne der beste Spieler des Turniers für Belgien und erzielte das entscheidende Tor im Viertelfinale gegen Brasilien — ein Moment, der seine Klasse bei großen Turnieren unterstrich. Die Frage ist nicht, ob De Bruyne gut genug ist, sondern ob sein Körper eine komplette WM durchhält — die Verletzungsanfälligkeit der letzten Saisons, insbesondere wiederkehrende Muskel- und Bänderverletzungen, ist ein Warnsignal, das in der Quotengestaltung berücksichtigt werden muss. Ohne einen fitten De Bruyne sinkt Belgiens Titelwahrscheinlichkeit dramatisch, weil kein anderer Spieler im Kader seine kreative Qualität annähernd ersetzen kann.

Romelu Lukaku als Stürmer polarisiert wie kaum ein anderer Spieler im internationalen Fußball. Seine Torquote im Nationalteam ist herausragend — er ist Belgiens Rekordtorschütze mit über 80 Treffern in mehr als 110 Länderspielen —, aber bei großen Turnieren blieb er oft hinter den Erwartungen zurück. Bei der WM 2022 vergab er im entscheidenden Gruppenspiel gegen Kroatien mehrere Großchancen, darunter einen Kopfball aus zwei Metern, und wurde zum Sündenbock des Vorrundenaus. Diese Szene verfolgt ihn bis heute und hat seine Turnierreputation nachhaltig beschädigt. Die WM 2026 bietet ihm die Chance zur Rehabilitierung, aber auch das Risiko, dass sich das Muster wiederholt. Lukakus Stärken — Kopfballstärke, Rücken-zum-Tor-Spiel, physische Überlegenheit — sind bei Turnieren wertvoll, aber seine technischen Schwächen unter Druck und seine Tendenz, in entscheidenden Momenten zu verkrampfen, bleiben ein Risikofaktor.

Im Tor steht Thibaut Courtois, sofern er fit ist — seine Klasse als einer der drei besten Torhüter der Welt ist unbestritten, aber die Folgen der schweren Kreuzband-OP im August 2023 und die darauf folgende sporadische Spielpraxis bei Real Madrid sind Risikofaktoren, die nicht ignoriert werden dürfen. Courtois‘ Reflexe, seine Strafraumpräsenz und seine Fähigkeit, Elfmeter zu halten, machen ihn im fitten Zustand zu einem der größten Trümpfe im belgischen Kader — seine Abwesenheit wäre ein Verlust, den kein Ersatzmann ausgleichen kann.

Die neue Generation ist der Hoffnungsschimmer im belgischen Kader. Jérémy Doku von Manchester City bringt Tempo, Dribblings und eine Unberechenbarkeit mit, die Belgiens Offensive dringend braucht — seine Entwicklung unter Guardiola hat ihn zum vielleicht aufregendsten belgischen Offensivspieler seit Eden Hazard gemacht, und seine Fähigkeit, Verteidiger auf engstem Raum auszuspielen, erinnert an Hazards beste Jahre bei Chelsea. Amadou Onana hat sich bei Aston Villa im Mittelfeld als physisch dominanter Sechser etabliert, dessen Balleroberungen und Weitschüsse dem Team eine neue Dimension verleihen. Loïs Openda von RB Leipzig bietet als Stürmer-Alternative zu Lukaku ein dynamischeres, schnelleres Profil, das besonders im Konterspiel effektiv ist. Die Innenverteidigung ist mit Wout Faes und Zeno Debast verjüngt worden, auch wenn die Erfahrung und Klasse eines Alderweireld oder Vertonghen fehlt. Die Frage ist, ob diese Mischung aus alternden Stars und aufstrebenden Talenten bei einem Turnier funktioniert — oder ob die Kluft zwischen den Generationen zu groß ist und die Mannschaft weder die Konstanz der alten Garde noch die Frische der neuen erreicht.

Gruppe G — Iran, Ägypten und Neuseeland

Gruppe G wirkt auf dem Papier wie eine der leichteren Gruppen des Turniers, doch der Schein kann trügen — genau wie bei Belgiens vermeintlich leichter Gruppe bei der WM 2022, die mit dem Vorrundenaus endete. Iran hat bei der WM 2022 gegen England zwar 2:6 verloren, aber gegen die USA ein starkes 1:0 gewonnen und gezeigt, dass Team Melli auch gegen deutlich stärker eingeschätzte Gegner kompetitiv sein kann. Die iranische Mannschaft ist taktisch diszipliniert, physisch stark und bringt eine Intensität und Leidenschaft mit, die europäische Teams regelmäßig überrascht. Irans Stärke liegt in der defensiven Organisation und im schnellen Umschaltspiel, und mit erfahrenen Spielern wie Mehdi Taremi im Angriff verfügt das Team über Weltklasse-Qualität auf einzelnen Positionen.

Ägypten hat mit Mohamed Salah einen der besten Spieler der Welt im Kader, der auch mit 34 Jahren bei Liverpool noch auf höchstem Niveau agiert und Spiele im Alleingang entscheiden kann. Die Pharaonen sind seit der WM 2018 in Russland nicht mehr bei einer Weltmeisterschaft dabei gewesen, bringen aber die Erfahrung eines der traditionsreichsten afrikanischen Fußballverbände mit — siebenmaliger Afrika-Cup-Sieger, mit einer Fußballkultur, die tief in der Gesellschaft verankert ist. Salah als Einzelspieler kann jede Abwehr der Welt vor Probleme stellen, und wenn Ägyptens Mannschaft die defensive Disziplin aufbringt, die afrikanische Teams bei Turnieren zeigen können, ist ein Punkt gegen Belgien durchaus realistisch.

Neuseeland als OFC-Vertreter ist der klare Außenseiter — ein Team, das den Spaß am Spiel und die Energie eines WM-Neulings mitbringt, sportlich aber deutlich unterlegen ist. Die All Whites haben bei der WM 2010 in Südafrika alle drei Gruppenspiele unentschieden gespielt — darunter ein 1:1 gegen den späteren Viertelfinalisten Paraguay —, was zeigt, dass auch ein Team aus der kleinsten Konföderation bei einer WM überraschen kann. Die Gruppensieger-Quote für Belgien liegt bei 1.45 bis 1.60, was fair bewertet ist und die Möglichkeit eines Stolperers berücksichtigt. Ägypten und Iran können beide für Überraschungen sorgen, und ein zweiter Platz hinter einer dieser Mannschaften ist nicht auszuschließen, wenn Belgien das Turnier mit einem Fehlstart beginnt. Für den Wettmarkt bieten die Belgien-Spiele gegen Iran und Ägypten interessante Unter/Über-Märkte: Belgiens Spiele bei den letzten Turnieren tendierten zu wenigen Toren in der Gruppenphase — bei der WM 2022 erzielte Belgien in drei Gruppenspielen nur ein einziges Tor.

Belgiens WM-Quoten und Wettanalyse

Belgien bei 25.00 bis 40.00 auf den WM-Titel ist ein Preis, der den Niedergang gegenüber den Hochzeiten der goldenen Generation deutlich widerspiegelt. Vor der WM 2018 wurde Belgien bei 8.00 bis 12.00 gehandelt, vor der EM 2024 noch bei 12.00 bis 15.00 — die stetig steigenden Quoten erzählen die Geschichte eines Teams, das seinen Zenit überschritten hat und den Generationenwechsel noch nicht abgeschlossen hat. Die implizite Titelwahrscheinlichkeit von 2.5 bis 4 Prozent ist realistisch und reflektiert ein Team, das zum erweiterten Favoritenkreis gehört, aber nicht zum engeren. Value liegt bei kürzeren Märkten: Belgien ins Viertelfinale bei 2.50 bis 3.50 ist mein bevorzugter Markt, da die Gruppe machbar ist und ein Achtelfinalerfolg bei einem günstigen Gegner realistisch erscheint. Das Risiko eines erneuten Vorrundenaus wie 2022 ist allerdings real genug, um bei Gruppensieger-Wetten vorsichtig zu sein.

Mein Tipp: Belgien als Gruppensieger bei 1.45 bis 1.60 bietet soliden Value, wenn man an die Kaderqualität und die Erfahrung der verbliebenen Stars glaubt. De Bruyne in einem Turnier, in dem er weiß, dass es sein letztes ist, kann eine besondere Motivation freisetzen — der Vergleich mit Zidanes letzter WM 2006, als Frankreich trotz eines alternden Stars das Finale erreichte, drängt sich auf. Für den Titel würde ich bei diesen Quoten nicht zugreifen — das Risiko eines Vorrundenaus wie 2022 ist real genug, um eine Langzeitwette unattraktiv zu machen. Wer auf belgische Individualleistungen setzen möchte, findet bei Lukaku als Torschütze in jedem Gruppenspiel interessante Einzelwett-Optionen, die seine Stärken gegen schwächere Gegner ausnutzen.

Wie weit kommen die Roten Teufel?

Mein Basisszenario: Gruppensieg, Achtelfinale, Viertelfinale als realistische Obergrenze — alles darüber hinaus wäre eine positive Überraschung, die an die Glanzzeiten der goldenen Generation erinnern würde. Die goldene Generation hat bei sechs großen Turnieren bewiesen, dass sie die Gruppenphase überstehen kann — mit Ausnahme des traumatischen Vorrundenaus 2022 in Katar —, aber der entscheidende Schritt zum Titel blieb stets verwehrt: WM 2014 Viertelfinale gegen Argentinien, EM 2016 Viertelfinale gegen Wales in einer der größten Turnierüberraschungen des Jahrzehnts, WM 2018 Dritter nach einer knappen Halbfinal-Niederlage gegen Frankreich, EM 2021 Viertelfinale gegen Italien, WM 2022 das beschämende Vorrundenaus, EM 2024 Achtelfinale gegen Frankreich. Die Tendenz ist eindeutig fallend, und ich sehe keinen überzeugenden Grund, warum sich das 2026 ändern sollte — der Kader ist deutlich schwächer als 2018, die individuelle Klasse der Konkurrenz ist gewachsen, und der Generationenwechsel hat noch keine Turnierfrüchte getragen.

Was Belgien fehlt, ist die Tiefe auf der Bank: Wenn De Bruyne oder Courtois ausfallen, gibt es keinen gleichwertigen Ersatz, und genau diese Verwundbarkeit macht den Unterschied zu den echten Titelanwärtern, die auch ohne zwei oder drei Schlüsselspieler auf Topniveau agieren können. Die Breite von Frankreichs oder Englands Kader, wo selbst die dritte Option auf jeder Position Weltklasse ist, hat Belgien schlicht nicht mehr. Die WM 2026 wird vermutlich der Abschied für De Bruyne, Lukaku und Courtois von der internationalen Bühne — ein letzter Tanz, der emotional sein wird, aber sportlich an der Realität des Generationenwechsels scheitern dürfte. Wenn es einen Trost für belgische Fans gibt: Die nächste Generation um Doku, Onana und Openda hat das Potenzial, Belgien innerhalb von zwei bis drei Jahren wieder in die Nähe der Weltspitze zu führen. Nur eben nicht bei dieser WM.

Ist Belgiens goldene Generation noch wettbewerbsfähig?

De Bruyne, Lukaku und Courtois sind nach wie vor hochklassige Spieler, aber das Team hat sich seit dem WM-Dritten-Platz 2018 deutlich verschlechtert. Der Generationenwechsel ist im Gange, aber noch nicht abgeschlossen.

In welcher Gruppe spielt Belgien bei der WM 2026?

Belgien trifft in Gruppe G auf Iran, Ägypten und Neuseeland. Die Gruppe wirkt auf dem Papier machbar, aber Ägypten mit Salah und das taktisch disziplinierte Iran-Team sind ernstzunehmende Gegner.