Deutschland bei der WM 2026: Gruppe E, Kader, Quoten und Prognose

Deutschland bei der WM 2026 — Analyse zu Gruppe E, Kader, Quoten und Turnierprognose

Sportvorhersagen

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Nach dem bitteren Vorrundenaus 2018 in Russland und dem kaum weniger schmerzhaften Scheitern in der Gruppenphase 2022 in Katar steht Deutschland bei der WM 2026 vor einer Bewährungsprobe, die weit über sportliche Ambitionen hinausgeht. Es geht um die Frage, ob die DFB-Elf nach zwei aufeinanderfolgenden Turnierenttäuschungen den Anschluss an die absolute Weltspitze wiederherstellen kann — oder ob die goldenen Zeiten endgültig der Vergangenheit angehören. Ich beobachte die Wettmärkte rund um die Nationalmannschaft seit neun Jahren, und selten war die Ausgangslage so ambivalent wie jetzt: Die Gruppe E wirkt auf dem Papier machbar, der Kader bietet Qualität in allen Mannschaftsteilen, doch der Druck nach zwei gescheiterten Weltmeisterschaften lastet spürbar auf dem Team. Deutschland bei der WM 2026 — das ist gleichzeitig Hoffnung und Risiko, und genau deshalb ein faszinierendes Thema für Wettanalysten.

Der Weg zur WM — Qualifikation und Formkurve

Wenn ich mir die Qualifikationskampagne der deutschen Mannschaft anschaue, erkenne ich ein Team im Umbruch, das schrittweise seine Identität gefunden hat. Nach der Heim-EM 2024, die trotz des Viertelfinal-Aus gegen Spanien einen deutlichen Stimmungswandel einleitete, nutzte Bundestrainer Julian Nagelsmann die folgenden Monate konsequent, um den Kader zu formen. Die Nations-League-Auftritte im Herbst 2024 zeigten bereits eine stabilere Defensive und ein klareres Positionsspiel, und die eigentliche WM-Qualifikation verlief dann weitgehend souverän.

Deutschland sicherte sich den Gruppenplatz mit einer Bilanz, die zwar nicht makellos war, aber die nötige Konstanz zeigte. In den Heimspielen dominierte die Mannschaft mit hohem Ballbesitzanteil und kontrollierter Spielanlage, auswärts tat sie sich gelegentlich schwerer, brachte aber auch die engen Partien über die Zeit. Entscheidend war die defensive Stabilität: Die Gegentorquote sank im Vergleich zur desaströsen WM-2022-Kampagne deutlich, was direkt auf Nagelsmanns taktische Anpassungen zurückzuführen ist.

Die Formkurve im Frühjahr 2026 stimmt vorsichtig optimistisch, auch wenn nicht alles Gold ist, was glänzt. Die Testspielergebnisse im März zeigten ein Team, das variabel zwischen Ballbesitzfußball und schnellem Umschaltspiel wechseln kann — eine Flexibilität, die bei einem Turnier mit bis zu sieben Spielen in 39 Tagen unverzichtbar ist. Gleichzeitig fehlt bislang der eine überzeugende Auftritt gegen einen echten Topgegner, der den letzten Zweifel ausräumen würde. Die WM-Vorbereitung im Mai und Juni wird zeigen, ob Nagelsmann diese Lücke schließen kann.

Was mich als Wettanalyst besonders interessiert: Die Leistungsdaten der Qualifikation — Expected Goals, Pressing-Intensität, Passgenauigkeit im letzten Drittel — liegen allesamt im oberen Viertel der europäischen Mannschaften. Deutschland produziert genügend Chancen und lässt wenige hochkarätige Gelegenheiten zu. Das ist eine solide Basis, aber Turniere folgen eigenen Gesetzen. Besonders auffällig ist die Standardstärke: Bei ruhenden Bällen hat die DFB-Elf sowohl offensiv als auch defensiv Fortschritte gemacht, ein Bereich, der bei der WM 2022 noch als eklatante Schwäche galt. Nagelsmann hat hier gezielt mit Spezialtrainern gearbeitet, und die Ergebnisse sind in den Qualifikationsdaten sichtbar. Für die Wettmärkte ist diese Entwicklung relevant, weil Standardsituationen bei Turnieren historisch einen überproportional hohen Anteil der Tore ausmachen — rund 30 Prozent bei den letzten drei Weltmeisterschaften.

Der voraussichtliche WM-Kader — Schlüsselspieler im Profil

Ein Kader für eine Weltmeisterschaft ist mehr als die Summe seiner Einzelspieler, doch es gibt Akteure, die den Unterschied zwischen Achtelfinale und Halbfinale ausmachen. Nagelsmann hat in den vergangenen zwei Jahren konsequent auf eine Mischung aus etablierten Leistungsträgern und nachrückenden Talenten gesetzt, und der WM-Kader 2026 dürfte diese Philosophie widerspiegeln. Die voraussichtliche Kadergröße von 26 Spielern erlaubt es, für jede Position mindestens zwei Optionen mitzunehmen, und Nagelsmann hat diese Breite in der Qualifikation systematisch aufgebaut, indem er über 40 verschiedene Spieler eingesetzt hat.

Offensive Stärke

Florian Wirtz ist der Name, der bei jeder Diskussion über Deutschlands WM-Chancen zuerst fällt — und das aus gutem Grund. Mit 23 Jahren hat er sich in der Bundesliga und der Champions League als einer der kreativsten Offensivspieler Europas etabliert. Seine Fähigkeit, aus dem Halbraum heraus Räume zu öffnen, Doppelpässe im engsten Raum zu spielen und selbst den Abschluss zu suchen, macht ihn zum Dreh- und Angelpunkt des deutschen Offensivspiels. Bei der Heim-EM 2024 deutete er sein Potenzial an, seitdem hat er den nächsten Entwicklungsschritt vollzogen.

Jamal Musiala, sein kongeniales Pendant, bringt eine andere Art der Kreativität ein. Wo Wirtz mit Präzision und Timing glänzt, überzeugt Musiala durch Dribblings, die Räume schaffen, wo keine waren. Die Frage ist nicht, ob beide spielen, sondern wie Nagelsmann sie zusammen auf dem Platz positioniert, ohne die Balance zu verlieren. Im 4-2-3-1 oder 3-4-2-1 könnten sie als Doppel-Zehn hinter einem zentralen Stürmer agieren — ein Modell, das in der Qualifikation bereits erprobt wurde.

Im Sturmzentrum dürfte Kai Havertz den Vorzug erhalten. Seine Vielseitigkeit — er kann als falsche Neun den Ball festmachen, in die Tiefe starten und im Pressing die erste Anlaufstation bilden — passt ideal zu Nagelsmanns Spielidee. Niclas Füllkrug und Tim Kleindienst stehen als physische Alternativen bereit, wenn das Spiel einen anderen Ansatz erfordert. Leroy Sané und Serge Gnabry bieten Tempo über die Flügel, wobei ihre Formkonstanz in der Rückrunde 2025/26 über den Kaderplatz entscheiden wird.

Defensive und Torwart

Die Achillesferse der vergangenen Turniere war die Abwehr — und genau hier hat Nagelsmann die größten Fortschritte erzielt. Antonio Rüdiger bildet als Abwehrchef den Kern der Innenverteidigung, seine Erfahrung aus Champions-League-Endspielen und großen Turnieren ist durch nichts zu ersetzen. Neben ihm dürfte Jonathan Tah oder Nico Schlotterbeck auflaufen, wobei Tah mit seiner physischen Präsenz und Zweikampfstärke leichte Vorteile hat.

Im defensiven Mittelfeld ist Joshua Kimmich der unumstrittene Taktgeber. Seine Passqualität aus der Tiefe, sein Spielverständnis und seine Fähigkeit, Bälle zu erobern, machen ihn zum vielleicht wichtigsten Spieler im deutschen System. Robert Andrich hat sich als sein idealer Partner etabliert: robust im Zweikampf, diszipliniert im Stellungsspiel, stark im Spielaufbau unter Druck. Dieses Doppel gibt der Mannschaft die Stabilität, die bei den letzten Turnieren schmerzlich fehlte.

Im Tor setzt Nagelsmann voraussichtlich auf Marc-André ter Stegen, sofern seine Fitness es zulässt. Dessen Fähigkeit, als elfter Feldspieler ins Aufbauspiel eingebunden zu werden, erweitert Deutschlands taktische Möglichkeiten erheblich. Ter Stegen spielt kurze und lange Bälle mit einer Präzision, die nur wenige Torhüter weltweit erreichen, und seine Strafraumpräsenz bei hohen Bällen hat sich in den letzten Jahren verbessert. Sollte ter Stegen nicht zur Verfügung stehen, steht Oliver Baumann als verlässliche Alternative bereit, der bei der TSG Hoffenheim und den wenigen Länderspiel-Einsätzen solide Leistungen gezeigt hat. Auf den Außenverteidigerpositionen bieten Joshua Kimmich, der auch rechts auflaufen kann, sowie Benjamin Henrichs und David Raum Flexibilität. Raum als offensiver Linksverteidiger bringt Flanken und Läufe in die Tiefe ein, während Henrichs die defensiv stabilere Option auf beiden Seiten ist. Diese Kaderbreite auf den Außenpositionen gibt Nagelsmann die Möglichkeit, je nach Gegner und Spielsituation unterschiedliche Profile einzusetzen — ein Luxus, den nicht jede Nationalmannschaft bei diesem Turnier haben wird.

Gruppe E — Gegner, Spielplan und Anstoßzeiten

Drei Gruppenspiele, drei völlig unterschiedliche Herausforderungen — so lässt sich Deutschlands Aufgabe in Gruppe E zusammenfassen. Auf dem Papier ist die DFB-Elf klarer Favorit, doch jeder der drei Gegner bringt spezifische Qualitäten mit, die Respekt verdienen. Ich habe mir die Gruppe aus Wettsicht genau angesehen, und die Quotenlage spiegelt die Erwartung einer souveränen deutschen Gruppenphase wider — aber mit einem entscheidenden Vorbehalt. Die Elfenbeinküste als amtierender Afrika-Cup-Sieger hat die individuelle Klasse, um ein Spiel auf höchstem Niveau zu gewinnen, und Ecuador bringt eine Kompaktheit und südamerikanische Intensität mit, die selbst technisch überlegene Teams vor Probleme stellen kann. Curaçao ist der klare Außenseiter, doch die Atmosphäre eines WM-Debüts kann Kräfte freisetzen, die über das reine Leistungsvermögen hinausgehen.

DatumBegegnungStadionAnstoß (CEST)
14. Juni (So)Deutschland vs. CuraçaoNRG Stadium, Houston19:00
20. Juni (Sa)Deutschland vs. ElfenbeinküsteBMO Field, Toronto22:00
25. Juni (Do)Ecuador vs. DeutschlandMetLife Stadium, New Jersey22:00

Deutschland vs. Curaçao (14. Juni, 19:00 CEST)

Der Auftakt in Houston gegen den kleinsten WM-Teilnehmer — Curaçao hat rund 156.000 Einwohner und nimmt erstmals an einer Weltmeisterschaft teil — sollte die Pflichtaufgabe sein, die er auf dem Papier ist. Doch Auftaktspiele bei Weltmeisterschaften bergen eigene Tücken: Die Nervosität ist hoch, der Rhythmus fehlt, und ein Außenseiter mit nichts zu verlieren kann unangenehm werden. Deutschland muss von Beginn an Kontrolle demonstrieren und die Partie früh entscheiden. Aus Wettsicht sind Über-3,5-Tore-Märkte hier interessant, weil das Qualitätsgefälle ein deutliches Ergebnis erwarten lässt.

Deutschland vs. Elfenbeinküste (20. Juni, 22:00 CEST)

Das Schlüsselspiel der Gruppe. Die Elfenbeinküste hat den Afrika-Cup 2024 im eigenen Land gewonnen und bringt Spieler mit, die in Europas Topligen Stammspieler sind. Der späte Anstoß um 22:00 CEST bedeutet für deutsche Fans eine Partie tief am Abend — kein Nachteil in puncto Aufmerksamkeit, aber der Jetlag und die Umstellung auf die nordamerikanische Zeitzone könnten bei beiden Teams eine Rolle spielen. In Toronto herrschen im Juni angenehme Temperaturen um 22 Grad, was beiden Mannschaften entgegenkommt. Dieses Spiel entscheidet mit hoher Wahrscheinlichkeit über Platz eins oder zwei in der Gruppe.

Ecuador vs. Deutschland (25. Juni, 22:00 CEST)

Das letzte Gruppenspiel im MetLife Stadium — dem Stadion des WM-Finales am 19. Juli — gegen Ecuador. Die Südamerikaner sind technisch stark, körperlich robust und haben bei der WM 2022 bereits bewiesen, dass sie auf der großen Bühne mithalten können. Je nach Ausgang der ersten beiden Spiele könnte diese Partie alles oder nichts bedeuten. Im Idealfall hat Deutschland den Gruppensieg bereits sicher und kann rotieren. Im schlimmsten Fall wird es ein Endspiel um das Weiterkommen. Für Wettanalysten ist das dritte Gruppenspiel generell schwer einzuschätzen, weil die Motivation beider Teams erst nach Spieltag zwei klar wird.

Taktik und Spielsystem — wie spielt Deutschland 2026?

Julian Nagelsmann hat aus der taktischen Ratlosigkeit, die das Team bei der WM 2022 prägte, ein erstaunlich klares Konzept geformt. Wer seine Arbeit seit dem Amtsantritt verfolgt, erkennt eine Handschrift, die Elemente aus seiner Bundesliga-Zeit in Hoffenheim und Leipzig mit den Anforderungen eines Nationalteams verbindet. Die Grundordnung ist ein flexibles 4-2-3-1, das sich im Ballbesitz zum 3-2-4-1 verschiebt, wenn ein Außenverteidiger einrückt und der andere die Linie hält.

Das Pressing-Konzept unterscheidet sich deutlich von den letzten Jahren unter Löw und Flick. Nagelsmann setzt auf ein mittelhohes Pressing mit klaren Auslösemechanismen: Der Stürmer lenkt den gegnerischen Spielaufbau auf eine Seite, die Zehner verengen den Raum, und das Doppel Kimmich-Andrich sichert die Mitte ab. Erst bei einer fehlerhaften Eröffnung des Gegners presst das Team aggressiv hoch. Diese kontrollierte Herangehensweise reduziert das Risiko, das bei den letzten Turnieren durch zu offensives Pressing entstand.

Im Ballbesitz lebt das Spiel von der Kreativität der Doppel-Zehn Wirtz-Musiala. Beide haben die Freiheit, Positionen zu tauschen, in die Halbräume zu driften und den Stürmer zu umgeben. Die Breite kommt über die Außenverteidiger oder die einrückenden Flügelspieler. Nagelsmanns System ist darauf ausgelegt, den Gegner durch schnelle Positionswechsel zu destabilisieren — ein Ansatz, der gegen tiefstehende Teams wie Curaçao genauso funktionieren soll wie gegen aggressiv pressende Mannschaften wie die Elfenbeinküste.

Die taktische Flexibilität zeigt sich auch in den Alternativen: Gegen starke Gegner kann Nagelsmann auf eine Dreierkette umstellen, mit Kimmich als Halbverteidiger und zwei offensiveren Achtern. Diese Variante wurde in den Nations-League-Spielen getestet und bietet mehr Stabilität bei gleichzeitiger Offensivpräsenz. Für Wettentscheidungen ist das relevant, weil es bedeutet, dass Deutschland nicht auf einen einzigen Spielstil festgelegt ist — ein Vorteil in einem Turnier, in dem Anpassungsfähigkeit über Weiterkommen entscheidet.

Deutschlands WM-Quoten — Weltmeister, Gruppensieger und mehr

Mein Rechner lief heiß, als ich die Quotenbewegungen der letzten Monate analysiert habe — und das Bild, das sich ergibt, ist aufschlussreich. Deutschland wird bei den großen Wettanbietern mit einer Quote zwischen 9.00 und 12.00 auf den WM-Titel gehandelt, was die DFB-Elf im Mittelfeld der Titelanwärter positioniert. Zum Vergleich: Frankreich liegt bei 5.50 bis 6.50, England bei 7.00 bis 8.00, Brasilien bei 7.50 bis 9.00. Deutschland rangiert damit in einer Gruppe mit Spanien und Argentinien — respektiert, aber nicht als Topfavorit eingestuft.

Die Gruppensieger-Quote für Gruppe E liegt bei 1.35 bis 1.45, was eine implizite Wahrscheinlichkeit von rund 70 bis 75 Prozent ergibt. Das ist realistisch und spiegelt die klare Favoritenrolle wider, lässt aber Raum für die Möglichkeit, dass die Elfenbeinküste oder Ecuador für eine Überraschung sorgen. Für das Weiterkommen aus der Gruppe vergeben die Buchmacher Quoten um 1.08 bis 1.12 — praktisch eine Gewissheit.

Interessanter für Value-Sucher sind die Spezialmärkte. Deutschlands Quoten auf das Halbfinale liegen bei 3.50 bis 4.50, was angesichts der Turnierauslosung und des potenziellen Achtelfinalwegs durchaus Value bieten könnte. Bei einem Gruppensieg trifft Deutschland voraussichtlich auf eine der besten Drittplatzierten — keine Traumaufgabe, aber machbar. Erst im Viertelfinale dürften Gegner wie Frankreich oder Brasilien warten, abhängig vom genauen Turnierbaum.

Beim Torschützenkönig-Markt tauchen Wirtz und Musiala mit Quoten zwischen 25.00 und 35.00 auf — lange Shots, aber nicht unvernünftig, wenn man bedenkt, dass beide in einem offensiv ausgerichteten Team spielen, das mindestens vier Spiele bestreiten dürfte. Havertz liegt bei 30.00 bis 40.00, was angesichts seiner Rolle als zentraler Stürmer leichten Value haben könnte.

Mein Hinweis aus neun Jahren Wettanalyse: Die Quoten werden sich bis zum Turnierstart noch bewegen. Verletzungen, Testspiel-Ergebnisse und die öffentliche Stimmung beeinflussen die Linien erheblich. Wer auf Deutschland setzen möchte, sollte die Wochen vor dem Turnier genau beobachten — gerade bei Langzeitwetten kann der Zeitpunkt der Platzierung den Unterschied zwischen Value und Überzahlung ausmachen. Ein Szenario, das die Quoten dramatisch verschieben könnte: Sollte Wirtz oder Musiala sich in den letzten Bundesliga-Spielen verletzen, dürften Deutschlands Titelquoten auf 15.00 oder höher steigen. Umgekehrt könnte ein überzeugender Testspielsieg gegen eine Topnation im Juni die Quoten auf 8.00 drücken. Diese Volatilität ist Teil des Spiels, und wer sie versteht, kann sie nutzen. Ich empfehle, die Quoten in den Tagen nach der offiziellen Kaderbekanntgabe besonders genau zu beobachten — das ist der Moment, in dem der Markt die meisten neuen Informationen verarbeitet und sich die Linien oft am stärksten bewegen.

Vier Titel, Höhen und Tiefen — Deutschlands WM-Bilanz

Vier Sterne auf dem Trikot, aber keiner davon ist jünger als zwölf Jahre — diese Zahl fasst Deutschlands WM-Geschichte treffend zusammen. Der letzte Titelgewinn 2014 in Brasilien, gekrönt durch Götzes Tor im Finale gegen Argentinien, fühlt sich wie eine andere Ära an. Die Siege 1954 (das Wunder von Bern), 1974 (im eigenen Land) und 1990 (gegen Argentinien in Rom) zementierten Deutschlands Status als Turniermannschaft schlechthin. Acht WM-Finale, vier Titel, dreizehn Halbfinalteilnahmen — die Bilanz ist in der Breite ohne Vergleich.

Doch die jüngere Vergangenheit trübt das Bild. 2018 in Russland scheiterte der Titelverteidiger mit Niederlagen gegen Mexiko und Südkorea in der Vorrunde — ein Debakel, das den deutschen Fußball nachhaltig erschütterte. 2022 in Katar wiederholte sich das Muster: trotz eines 4:2 gegen Costa Rica reichte es nicht, weil die Niederlage gegen Japan am ersten Spieltag die Gruppe kippen ließ. Zwei aufeinanderfolgende Vorrundenaus bei einer WM — das hatte es in der deutschen Geschichte nie zuvor gegeben. Diese Erfahrung sitzt tief und beeinflusst sowohl die Mannschaft als auch die Wahrnehmung der Wettmärkte.

Für die WM 2026 bedeutet diese Geschichte zweierlei: Einerseits hat Deutschland die Tradition und das Selbstverständnis einer Turniermannschaft, die in K.o.-Spielen über sich hinauswachsen kann. Andererseits sind die Narben der letzten beiden Weltmeisterschaften real und könnten bei Rückschlägen die alten Zweifel wecken. Historisch gesehen hat Deutschland nach Rückschlägen bei Weltmeisterschaften oft mit starken Leistungen geantwortet — nach dem frühen Aus 1938 folgte das Wunder von Bern 1954, nach dem enttäuschenden Abschneiden 2000 und 2004 kam der Generationenwechsel, der 2014 zum Titel führte. Die Frage ist, ob sich dieses Muster 2026 wiederholt. Die Parallelen sind da: Ein junger Kader, ein Trainer mit klarer Spielidee, eine hungrige Generation, die sich bei einem großen Turnier beweisen will.

Wie weit kommt Deutschland? Meine Einschätzung

Nach der Analyse aller relevanten Faktoren — Kaderqualität, Taktik, Gruppenauslosung, Formkurve und historische Muster — ordne ich Deutschlands Chancen bei der WM 2026 folgendermaßen ein: Der Gruppensieg ist das wahrscheinlichste Szenario, mit einer Wahrscheinlichkeit, die ich höher ansetze als die 70 bis 75 Prozent der Buchmacher. Die Gruppe E ist lösbar, und Nagelsmanns Team hat die Qualität, alle drei Spiele zu gewinnen.

Die kritische Phase beginnt im Achtelfinale. Deutschlands Weg durch das Turnier hängt stark davon ab, ob der Gruppensieg gelingt und welche Gegner sich auf der anderen Seite des Turnierbaums befinden. Ein Halbfinaleinzug ist realistisch und würde die Quoten von 3.50 bis 4.50 rechtfertigen. Für den Titel fehlt mir aktuell die Überzeugung, dass Deutschland über sieben Spiele gegen die besten Teams der Welt bestehen kann — dafür müsste die Mannschaft in den Testspielen noch einen Gang hochschalten.

Mein konkreter Wett-Tipp: Deutschland auf das Halbfinale bietet bei 3.50 bis 4.50 den besten Value im Gesamtpaket aus Wahrscheinlichkeit und Quote. Der WM-Titel bei 9.00 bis 12.00 ist ein langfristiger Punt für Optimisten, den ich nicht empfehle, aber auch nicht kategorisch ausschließe. In der Gruppenphase sehe ich den stärksten Value bei Über-2,5-Tore im Auftaktspiel gegen Curaçao und bei einem deutschen Sieg gegen die Elfenbeinküste zu Quoten, die den Afrikameister angemessen respektieren.

Was mich am meisten optimistisch stimmt: Die Generation Wirtz-Musiala-Kimmich hat bei einem Turnier noch keinen Durchbruch geschafft, aber alle Anlagen dafür. Was mich am meisten beunruhigt: Die psychologische Belastung nach zwei Vorrundenaus. Ein Fehlstart gegen Curaçao — unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich — könnte alte Geister wecken. Letztlich wird die WM 2026 zeigen, ob Nagelsmann das geschafft hat, was seinen Vorgängern nicht gelang: eine Mannschaft zu formen, die unter Druck ihr bestes Fußball spielt. Der Vergleich mit der Heim-EM 2024 ist dabei aufschlussreich: In Stuttgart und München spielte die Mannschaft befreit auf, getragen von der Euphorie des Gastgebers. In Nordamerika fehlt dieses Heimfan-Polster, und die Mannschaft muss aus sich selbst heraus die nötige Energie generieren. Ob sie das kann, ist die zentrale Frage dieses Turniers — und eine, auf die selbst neun Jahre Wettanalyse keine sichere Antwort liefern.

In welcher Gruppe spielt Deutschland bei der WM 2026?

Deutschland spielt in Gruppe E zusammen mit Curaçao, der Elfenbeinküste und Ecuador. Das Auftaktspiel findet am 14. Juni um 19:00 CEST im NRG Stadium in Houston gegen Curaçao statt.

Wie stehen Deutschlands Quoten auf den WM-Titel 2026?

Die Buchmacher listen Deutschland mit Quoten zwischen 9.00 und 12.00 auf den WM-Titel, was die DFB-Elf im Mittelfeld der Favoriten platziert. Die Gruppensieger-Quote liegt bei 1.35 bis 1.45.

Wer sind die Schlüsselspieler im deutschen WM-Kader 2026?

Florian Wirtz und Jamal Musiala bilden das kreative Zentrum, Joshua Kimmich steuert das Spiel aus dem Mittelfeld, und Antonio Rüdiger führt die Abwehr. Bundestrainer Nagelsmann setzt auf eine Mischung aus etablierten Kräften und jungen Talenten.